So gehen Ihre Lernimpulse ins Ohr: Podcast / Audio erstellen für Ihr Coachingprogramm

Lern-Podccast erstellen

Egal ob als Selbstlernkurs oder zur Vorbereitung von Präsenztrainings: Lernimpulse im Audio-Format sind ein „Geheimtipp“ für alle, die ihren Teilnehmern sequentiell Wissenshappen reichen wollen. Eine Sprachbotschaft als Mp3 ist relativ leicht zu erstellen und hat für Ihre Teilnehmer einige Vorteile z.B. gegenüber einem Lernvideo. Wie Sie einen Audio-Lernimpuls erstellen und worauf es ankommt – dazu dieser Artikel.

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Wie kann ich mein Wissen materialisieren und auf anderen Wegen als bisher anbieten? Wie schaffe ich dauerhafte Werte statt immer nur Zeit gegen Geld zu tauschen? Das sind wichtige grundsätzliche Fragen, die hier auf diesem Blog beantwortet werden sollen. Und:

Podcasts bzw. Audio-Sprachbotschaften sind eine sehr gute Möglichkeit, Wissen zu materialisieren

[Anmerkung zum Wording: „Podcast“ ist der gängige Sprachgebrauch für eine gesprochene Audio-Datei. Streng genommen stimmt das mit der offiziellen Definition von Podcast nicht überein – in meinem Glossar habe ich dazu etwas geschrieben. Ich verwende daher hier überwiegend den Begriff „Audio-Lernimpuls“ und meine damit eine von Ihnen gesprochene Botschaft, die im Kontext eines Programms oder Kurses eingesetzt wird.]

Gegenüber Lernvideos und Lerntexten haben Audio-Lernimpulse mehrere Vorteile:

  • Sie sind deutlich einfacher zu erstellen als Videos – sowohl bezogen auf die technische Ausstattung als auch auf die Zeit, die es braucht, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Das verringert für Sie die Hürde, hier überhaupt ins Tun zu kommen.
  • Ihre Teilnehmer können über’s Ohr längere Botschaften aufnehmen als wenn sie sich Lernvideos auf dem Bildschirm anschauen. Audio-Dateien können flexibler konsumiert werden, auch unterwegs, und werden öfter in entspannenden Umgebungen angehört, wie z.B. auf dem Sofa, auf einer Parkbank, während einer Bahnfahrt, beim Spazierengehen… – dadurch ist die Aufmerksamkeitsspanne größer.
  • Durch die Möglichkeit der flexiblen Nutzung ist meiner Meinung nach auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Teilnehmer diesen Lernimpuls tatsächlich nutzen. Während es meist ein wenig Überwindung kostet, sich ein längeres Video anzuschauen, kann das Anhören eines Podcasts problemlos irgendwann im Alltag eingebaut werden.
  • Für viele Menschen ist es persönlicher und damit motivierender, die Stimme ihres Coaches / Trainers zu hören als nur einen Text zu lesen. Dadurch entsteht für die Teilnehmer eine größere Verbindlichkeit und Motivation, sich mit dem Thema des Audio-Lernimpulses intensiver auseinanderzusetzen – was ja das Ziel einer jeden Lerneinheit ist.

Worauf ist zu achten, damit die Teilnehmer optimal mit Ihrem Lernimpuls arbeiten können?

Eine Audio-Botschaft darf gerne ein wenig länger sein als ein Lernvideo. Als Richtwerte würde ich sagen: Ein Lernvideo sollte 10 Minuten nicht überschreiten, ein Lern-Audio kann bis zu 30 Minuten lang sein, evtl. sogar bis zu 40. Wie schaffen Sie es, den Lernimpuls so zu gestalten, dass er Ihrem Teilnehmer optimal im Prozess voranhilft?

  • Verschaffen Sie sich zunächst einen Gesamtüberblick über die Impulse, die Sie im Verlauf Ihres Programms Ihren Teilnehmern mit auf den Weg geben möchten. Auf der Basis zergliedern Sie das zu vermittelnde „Wissen“ in mundgerechte Happen. In Coachingprogramm geht es hier ja oft eher darum, einen Impuls zu setzen, eine Perspektivänderung vorzuschlagen oder eine Geschichte zu erzählen und nicht um klassische „Wissensvermittlung“.
  • Faustregel: Geben Sie immer nur einen Aha-Effekt bzw. einen Aspekt pro Einheit rein und ermutigen Sie anschließend Ihren Teilnehmer dazu, sich eigene Gedanken dazu zu machen – z.B. auf einem passenden Arbeitsblatt. Wenn Sie sich doch dazu entscheiden, mehrere Aspekte unterzubringen, sollten Sie am Ende nochmals alle nennen und dann direkt dazu auffordern, die entsprechenden Reflexionsfragen zu beantworten.
  • Auch wenn es verlockend erscheint: Sprechen Sie nicht einfach herunter, was Ihnen einfällt. Mindestens eine Gliederung und einen roten Faden sollten Sie sich vorher überlegen. Ich empfehle, immer alternativ auch einen Text an die Teilnehmer zu geben – ob Sie den zuerst erstellen und dann sprechen oder andersherum ist Typsache.
  • Gut geeignet sind „x-Punkte“ Gliederungen: „Die 9 typischen Fehler, die Sie bei xy machen können.“ „Drei wichtige Aspekte bei xy.“ Auf diese Weise kann der Zuhörer Ihnen gut folgen. Aber auch andere Gliederungen sind in Ordnung, die Sie z.B. aus der freien Rede kennen – Hauptsache, die Struktur ist klar und kann vom Zuhörer gut erfasst werden.
  • Um den visuellen Aspekt mit einzubeziehen ist es hilfreich, wenn Sie Bilder vor dem inneren Auge Ihres Zuhörers entstehen lassen z.B. durch Beispiele, Methaphern oder Geschichten.
  • Benennen Sie zwischendurch immer mal wieder, wo Sie sich innerhalb der Einheit gerade befinden, z.B. „Das war jetzt Punkt 2 von 4, die ich Ihnen zum Thema xy vorstellen wollte“ „Soweit zur Theorie zum Thema xy, jetzt möchte ich Ihnen noch ein Beispiel nennen, das illustriert wie“. Auch wenn es Ihnen vielleicht komisch erscheint, öfter als gewohnt auf die Metaebene zu wechseln – Sie helfen Ihrem Zuhörer damit, wieder ins Thema reinzufinden, wenn der gerade abgelenkt war oder ähnliches.
  • Sprechen Sie Ihre Teilnehmer zu Beginn und zum Ende so persönlich wie möglich an – so als würden Sie diese Person einzeln am Telefon haben. Motivieren Sie, aktivieren Sie durch Ihre Sprache, schaffen Sie Vertrauen und Nähe indem Sie z.B. einen kleinen Scherz machen oder ähnliches.

Die 7 Schritte vom Manuskript zum fertigen Lern-Podcast

Ohne hier jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, will ich Ihnen kurz die Schritte vom Manuskript zur fertigen, an die Teilnehmer ausgelieferten Audio-Datei aufzeigen:

  1. Mikro anschließen und positionieren (ich verwende das Samson Meteor und bin so begeistert davon, dass ich sogar eine Videorezension auf amazon dazu gemacht habe ;))
  2. Audacity öffnen (kostenloses Aufnahmeprogramm)
  3. Audio-Botschaft an die Teilnehmer mit Audacity aufnehmen
  4. Audio-Datei bearbeiten: Herausschneiden von ungewünschten Textstellen, Korrigieren von Ausschlägen, Hinzufügen von Musik usw. (bitte hier keinen übertriebenen Perfektionismus walten lassen, sonst fummeln Sie ewig an Ihrem Audio herum!)
  5. Audio-Datei in Mp3 exportieren. Brigitte Hagedorn gibt in diesem sehr hilfreichen Guide Audacity – erste Schritte zur Arbeit mit dem Audio-Editor Hilfestellung dazu und auch zu den oben genannten Punkten.
  6. Fertiges Mp3 zur Auslieferung an die Kunden bereit machen. Hier drei verschiedene Möglichkeiten dazu: In die Dropbox legen und Link freigeben; bei z.B. Podhost.de oder Soundcloud.com hochladen und den Link per Mail verschicken; bei WordPress hochladen und über den (neuerdings) integrierten Media-Player auf einer passwortgeschützten Seite ablegen (Brigitte Hagedorn zu Audioplayer in WordPress).
  7. Das war’s – Ihr Wissen ist fertig materialisiert und Ihre Teilnehmer kommen wieder einen Schritt mit Ihrer Hilfe voran! 😀

Es müssen nicht immer Videos sein…

Interessanterweise höre ich öfter von Kunden oder Netzwerkpartnern, dass Sie Videos erstellen wollen, wenn diese darüber nachdenken, materialisierte Wissensimpulse in ihren Programmen einzusetzen. Genauso oft zögert sich die Realisierung der tollen Ideen dann meist lange hinaus  😉  Ich kenne das von mir selbst nur zu gut: Ein Video zu erstellen ist ja auch nicht sooo schwierig, aber der Aufwand insgesamt schon höher. Allein die Forderung, das was man vermitteln möchte, in 10 Minuten ‚rüberzubringen ist eine Herausforderung an sich. Aber sehr viel länger sollten Videos wirklich nicht sein, zumindest nicht, wenn Sie einfach nur den Bildschirm abfilmen, es ist sonst einfach zu anstrengend für Ihre Kunden.

Also: Warum nicht gut gemachte Audio-Impulse an die Teilnehmer geben und nur an einigen wenigen Stellen im Programm ein Video einsetzen? Z.B. um sich selbst vorzustellen zu Beginn (dann aber mit Kamerabild) ist es sinnvoll, oder um z.B. bestimmte Rechenexempel zu visualisieren oder ähnliches.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Artikel die Hürde weiter verringern, die Sie evtl. noch davon abhält, Ihr Wissen zu materialisieren und / oder ein Programm oder Kurs draus zu machen?! Würde mich freuen! 😀

Herzliche Grüße

Marit Alke

P.S.: Auf mehrfachen Wunsch habe ich diesen Artikel vertont und biete ihn hiermit als „Audio-Impuls“ an:

16 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Marit,
    Danke für diesen wertvollen Artikel mit so tollen praktischen Anregungen.
    Ich selbst mag sehr gern das Medium des Podcasts. Für mich bedeutet das Anhören einen MOment oder eine Zeit der Konzentration. Der Klang einer (erzählenden Stimme) führt nach innen.

    Gleichwohl finde ich, dass ein Video einen höheren Aufforderungscharakter hat. Da ist schon mal das Einstiegsbild. Das Versprechen, einen Film zu sehen, hat mehr Potenzial. Ich werde ganz absorbiert von Klang und Bildern, also noch viel mehr in ein Geschehen hineingezogen, als das bei einem Podcast der Fall ist.
    Gleichwohl, auch wenn ein Podcast nicht so ‚verwöhnt‘, verspricht es einen ganz besonderen Zauber, eine andere Unmittelbarkeit als ein Video. Ich muss oder besser gesagt: darf mir meine eigenen Bilder erzeugen. Das genieße ich besonders. Die Stimme bekommt einen anderen Stellenwert. Auch sie kann zwar informieren, aber auch beschwören, verzaubern.Der Charakter eines Hörspiels bleibt ein wenig erhalten. Ich mag an vielen Podcasts auch das ein wenig Improvisierte, das Lebendige. Sicher lässt es sich nicht verallgemeinern. Aber vielleicht auch deswegen weil die lebendige Sprache mein lebendiges Metier ist, deswegen mag ich auch gern diese kleinen Hörkunstwerke.
    „Unerhört“ sollten sie nicht sein. 🙂

    • Hallo Dagmar,

      danke für diese schöne Bestätigung aus Konsumentensicht. Ich persönlich geniesse es auch sehr, mich reinzuvertiefen in so ein Podcast – obwohl ich eigentlich ein sehr visueller Mensch bin. Und von Teilnehmern aus Seminaren in Unternehmen habe ich schon öfter gehört, dass diese sich wünschen würden, den „Wissensstoff“ als mp3 zu bekommen, weil sie so die einzigen Phasen der Ruhe (Zugfahrt, Flug…) ein wenig besser dafür nutzen können.

      Herzliche Grüße
      Marit

  2. Liebe Frau Alke,
    haben Sie vielen Dank für den tollen Artikel und Ihre sehr einleuchtenden Gedanken (na, die würde ich jetzt glatt gerne nochmal als Podcast von Ihnen hören 😉 ).
    Ich bin in meinem Tätigkeitsfeld sehr stark mit textgebundenen Beratungs-/Coachingformaten befasst, bin aber insbesondere im Hinblick auf die mobile Nutzung des Netzes daran interessiert über andere/neue Formate nachzudenken. Podcasts einzusetzen erscheint mir in diesem Zusammenhang besonders schlüssig. Ihre Anregungen geben mir hier einen neuen Denkanstoß – Ziel erreicht! 🙂

    Herzliche Grüße,
    Emily Engelhardt

    • Hallo Frau Engelhardt,

      das ist ja super, dass ich mein Ziel erreicht habe! Für mich immer das lohnenswerteste Ziel von allen – wirklich etwas zu bewegen. Ich werde gleich mal schauen, was Sie so machen und mich mit Ihnen vernetzen 😉

      Herzliche Grüße
      Marit Alke

  3. Hallo Frau Alke,

    ist ja interessant, ich nutze auch das Samson Meteor für meine Videos und Audios. Zur Vertonung nehme ich auch meistens Audacity.
    Auch ich bin sehr zufrieden mit dem Mikro, zumal ich es auch für unsere Arbeitstreffen als Tischmikro nutze. Dafür ist es auch bestens geeignet.

    Mit Podcasts arbeite ich dennoch weniger. Ich bevorzuge eher die Videos, aber es gibt Einsätzfälle (Autofahrt usw.), wo sich wirklich Podcasts anbieten. Also, warum nicht einmal probieren? 😉

    Beste Grüsse
    Bernd Hoyer

    • Hallo Herr Hoyer,

      ja, jeder muss das Medium finden, das am besten zu den eigenen Inhalten und auch zum eigenen Stil passt. Am besten ist sicher in vielen Fällen ein Mix – vielleicht probieren Sie es ja mal aus, dann bin ich auf Ihre Erfahrungsberichte gespannt! 😉

      Ist ja witzig, dass Sie auch dieses Mikro benutzen. Ich bin wirklich kein Technik-Freak, aber bei diesem Teil strahlen jedes Mal wieder meine Augen, weil es auch haptisch und optisch so eine Augenweide ist (ja, ich weiss: Frauen!!! :D) – und natürlich auch weil es so toll und einfach funktioniert *lach*

      Herzliche Grüße
      Marit Alke

  4. Liebe Marit,
    vielen Dank für diesen Artikel mit vielen wertvollen Tipps und Empfehlungen. Ich werde es einfach mal ausprobieren und schauen wie es ankommt! Meine Zielgruppe hat wenig Zeit und muss tonnenweise Akten, Urteile, Verträge lesen… und wenn ich mich an diese Zeit zurück erinnere: Ich wäre dankbar gewesen, mich mal ein paar Minuten entspannt zurücklehnen zu können, meine Augen zu schonen und mich per Audio „berieseln“ zu lassen. Ich höre mittlerweile den einen oder anderen Podcast und muss sagen, dass die „gesprochene Stimme“ für mich einen entscheidenden Einfluss darauf hat, ob ich dabei bleibe oder doch lieber lesen will… Bin schon gespannt auf die Reaktionen… 🙂

    Herzlichen Gruß
    Bianke

    • Hallo Bianke,

      für deine Zielgruppe, AnwältInnen, kann ich mir das super vorstellen! Und da du ja sowieso schon dein Wissen materialisiert hast, ist es ja gar kein so großer Schritt mehr in Richtung Audio-Impulse 🙂 Ich glaube, dass du deine Teilnehmer zu Beginn wahrscheinlich öfter dazu animieren musst, aus dem Hören deiner Lerneinheiten eine Gewohnheit zu machen und vielleicht mit den Teilnehmern absprechen, wie das für jeden einzelnen gehen könnte (auf den MP3-Player ziehen und zum Joggen nutzen? Vom IPhone aus in der Bahn hören? PC laut stellen während des Bügelns?). Für uns Mittlerweile-Podcast-Hörer ist das alles normal mittlerweile, aber auch ich habe dieses Medium erst vor kurzem für mich entdeckt.

      Herzliche Grüße zurück
      Marit

  5. Liebe Marit,

    DANKE für diesen Artikel! Ich habe gerade das von dir empfohlene Mikrofon gekauft und schon getestet – super! Ich hätte Stunden gebraucht, mir dieses ganze Wissen selber anzueignen. Die Welt darf sich auf tolle Podcasts freuen 🙂

    Viele liebe Grüße,
    Katrin

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    • Hallo Siegmar,

      ja ich habe schon gesehen – soo ein schönes Mikro in der Vorschaugrafik 😉 Danke auch für die Blumen – ich werde sehen, ob ich das hinkriege. Ist ja eigentlich eine gute Idee, aber momentan ist zuviel los bei mir.

      Viele Grüße
      Marit Alke

  7. Pingback: E-Learning und Stimme

  8. Hallo Marit,

    ich komme mit meinem nächsten Coaching-Programm nicht weiter. Und zwar weil ich an der Video-Konzeption einfach nicht fertig werde.

    Nach Deinem Tipp werde ich mich jetzt erst mal auf Audio beschränken.

    Danke und sonnige Grüße,
    David

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